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Seit ich Mutter bin, bin ich nicht mehr ich selbst – wenn Mutterschaft Beziehung, Sexualität und Selbstbild verändert

Autorenbild: Linda Jeske
Linda Jeske
7. Sept.
6 Min. Lesezeit

Seit ich Mutter bin, bin ich nicht mehr ich selbst – wenn Mutterschaft Beziehung, Sexualität und Selbstbild verändert

„Ich liebe meine Kinder. Aber manchmal vermisse ich die Frau, die ich vorher war.“

Dieser Satz ist für viele Mütter schwer auszusprechen.

Denn Mutterschaft soll glücklich machen.

Du sollst dankbar sein. Erfüllt. Geduldig. Liebevoll.

Und am besten gleichzeitig Partnerin, Geliebte, Freundin, beruflich erfolgreich und irgendwie auch noch du selbst bleiben.

Was aber, wenn genau dieses Du irgendwann kaum noch zu finden ist?

Wenn du morgens als Mutter aufstehst, den ganzen Tag funktionierst und abends erschöpft ins Bett fällst?

Wenn dein Partner Nähe sucht und du bei dem Gedanken daran am liebsten einfach nur deine Ruhe hättest?

Und wenn du dich irgendwann fragst:

Was ist eigentlich mit mir passiert?

Warum sich Mutterschaft manchmal wie ein Verlust der eigenen Identität anfühlt

Mit einem Kind verändert sich nicht nur der Alltag.

Verantwortung, Prioritäten, Beziehungen und häufig auch das Verhältnis zum eigenen Körper verändern sich.

Plötzlich bist du für einen anderen Menschen verantwortlich.

Permanent.

Selbst wenn du gerade nicht aktiv etwas tust, läuft im Kopf eine unsichtbare Liste:

Hat das Kind genug gegessen?

Wann ist der nächste Termin?

Was fehlt noch für die Schule oder Kita?

Wer kauft ein?

Wann muss die Wäsche gemacht werden?

Was essen wir morgen?

Dieses permanente Mitdenken wird häufig als Mental Load bezeichnet.

Doch psychologisch passiert noch etwas anderes:

Die eigenen Bedürfnisse werden immer weiter nach hinten geschoben.

Nicht unbedingt bewusst.

Sondern weil immer etwas dringender erscheint.

Und irgendwann weißt du gar nicht mehr, was du selbst brauchst

Ich finde genau diesen Punkt therapeutisch besonders spannend.

Wenn ich frage:

„Was brauchst du gerade?“

können viele Menschen sofort beantworten, was ihre Kinder brauchen.

Oder ihr Partner.

Oder ihr Arbeitgeber.

Bei sich selbst wird es schwieriger.

Vielleicht antwortest du:

„Ich weiß es ehrlich gesagt gar nicht.“

Das ist kein ungewöhnlicher Satz.

Wenn wir unsere eigenen Bedürfnisse lange genug übergehen, verlieren wir irgendwann den Zugang zu ihnen.

Warum die Partnerschaft nach Kindern plötzlich schwieriger werden kann

Aus einem Liebespaar wird eine Familie.

Das klingt wunderschön.

Und gleichzeitig verändert es die Beziehung grundlegend.

Plötzlich geht es nicht mehr nur darum, wie zwei Menschen miteinander leben möchten.

Es geht um Verantwortung.

Organisation.

Erziehung.

Schlaf.

Geld.

Haushalt.

Zeit.

Und um die Frage, wer eigentlich wie viel davon trägt.

Viele Beziehungskonflikte nach der Geburt eines Kindes entstehen deshalb nicht aus fehlender Liebe.

Sie entstehen aus Überforderung.

Vielleicht denkst du:

„Warum muss ich eigentlich immer an alles denken?“

Während dein Partner möglicherweise denkt:

„Egal was ich mache, es ist sowieso falsch.“

Aus kleinen Situationen entstehen größere Verletzungen.

Und irgendwann redet ihr hauptsächlich darüber, wer das Kind abholt und was noch eingekauft werden muss.

Aber kaum noch darüber, wie es euch miteinander geht.

Wenn aus Partnern nur noch Eltern werden

Eine Beziehung braucht mehr als Organisation.

Sie braucht emotionale Verbindung.

Das Gefühl:

Du siehst mich.

Nicht nur als Mutter.

Nicht nur als Vater.

Sondern als Mensch.

Wenn dieses Gefühl über längere Zeit verloren geht, entsteht häufig Distanz.

Und diese Distanz zeigt sich nicht selten zuerst dort, wo wir besonders verletzlich sind:

in unserer Sexualität.

„Seit ich Mutter bin, habe ich keine Lust mehr auf Sex“

Sexuelle Unlust nach der Geburt oder während intensiver Familienphasen kann unterschiedliche körperliche, hormonelle, psychische und partnerschaftliche Ursachen haben.

Doch ein Faktor wird häufig unterschätzt:

Lust braucht Raum.

Und genau dieser Raum fehlt vielen Müttern.

Wenn dein Körper den ganzen Tag gebraucht wird, kann selbst liebevolle Berührung irgendwann wie eine weitere Forderung wirken.

Ein Kind möchte getragen werden.

Jemand möchte kuscheln.

Jemand braucht deine Aufmerksamkeit.

Jemand ruft „Mama“.

Und am Abend möchte dein Partner körperliche Nähe.

Vielleicht denkst du dann nicht:

„Wie schön.“

Sondern:

„Bitte möchte heute einfach niemand mehr etwas von mir.“

Das bedeutet nicht automatisch, dass du deinen Partner nicht mehr begehrst

Und genau hier entsteht häufig ein gefährliches Missverständnis.

Der Partner erlebt:

Sie möchte mich nicht mehr.

Die Mutter erlebt:

Ich kann einfach nicht mehr.

Das sind zwei völlig unterschiedliche Aussagen.

Doch wenn niemand darüber spricht, entstehen daraus schnell Verletzungen.

Der eine sucht noch mehr Nähe, um sich wieder geliebt zu fühlen.

Der andere zieht sich noch stärker zurück, weil Nähe inzwischen mit Erwartungsdruck verbunden ist.

So entsteht ein Kreislauf aus Annäherung und Rückzug.

Und plötzlich scheint Sex das Problem zu sein.

Obwohl das eigentliche Problem vielleicht viel früher beginnt.

Vielleicht fehlt dir nicht die Lust auf deinen Partner – sondern der Zugang zu dir selbst

Diese Unterscheidung ist mir in meiner Arbeit besonders wichtig.

Sexualität entsteht nicht unabhängig davon, wie wir uns selbst erleben.

Fühlst du dich wohl in deinem Körper?

Fühlst du dich begehrenswert?

Hast du überhaupt Momente, in denen du nicht gebraucht wirst?

Kannst du loslassen?

Kannst du Bedürfnisse äußern?

Kannst du Nein sagen?

Kannst du Nähe genießen, ohne sofort wieder Verantwortung zu übernehmen?

Sexualität ist nicht nur körperliche Reaktion.

Sie ist eng mit unserem emotionalen Erleben verbunden.

Wenn du deine Mutterschaft manchmal bereust, macht dich das nicht automatisch zu einer schlechten Mutter

Auch darüber wird erstaunlich wenig gesprochen.

Man kann sein Kind lieben und trotzdem Teile des früheren Lebens vermissen.

Man kann dankbar sein und gleichzeitig erschöpft.

Man kann gerne Mutter sein und sich trotzdem manchmal wünschen, für einen Moment keine Verantwortung tragen zu müssen.

Diese Gefühle schließen sich nicht gegenseitig aus.

Problematisch wird es häufig erst, wenn Frauen glauben, solche Gedanken überhaupt nicht haben zu dürfen.

Dann kommt zur Überforderung noch etwas hinzu:

Scham.

Und Scham macht einsam.

Warum Hypnosetherapie bei festgefahrenen emotionalen Mustern interessant sein kann

Manchmal verstehen wir rational längst, was passiert.

Du weißt vielleicht:

„Ich müsste mehr auf mich achten.“

„Ich müsste Grenzen setzen.“

„Ich müsste Aufgaben abgeben.“

Und trotzdem gelingt es nicht.

Genau diese Diskrepanz zwischen Verstehen und Fühlen begegnet mir in meiner therapeutischen Arbeit häufig.

In der Hypnosetherapie arbeite ich deshalb nicht ausschließlich mit bewussten Gedanken, sondern auch mit emotionalen Mustern und inneren Überzeugungen.

Zum Beispiel:

„Ich muss funktionieren.“

„Ich darf niemanden enttäuschen.“

„Eine gute Mutter stellt ihre Kinder immer an erste Stelle.“

„Wenn ich Nein sage, bin ich egoistisch.“

Solche Überzeugungen können tief verankert sein.

Sie zu erkennen, kann ein wichtiger erster Schritt sein.

Therapie bedeutet für mich nicht, dir zu zeigen, wie du eine bessere Mutter wirst

Vielleicht bist du längst eine gute Mutter.

Vielleicht besteht das eigentliche Problem darin, dass du dich selbst dabei verloren hast.

In meiner therapeutischen Arbeit interessiert mich deshalb nicht nur:

Wie funktioniert eure Familie?

Sondern auch:

Wie geht es dir darin?

Wer bist du außerhalb deiner Rolle als Mutter?

Was brauchst du?

Welche Bedürfnisse unterdrückst du?

Was fehlt dir in deiner Partnerschaft?

Was bedeutet Sexualität heute für dich?

Und welche Frau möchtest du neben all deinen Rollen eigentlich sein?

Du darfst Mutter sein, ohne nur Mutter zu sein

Vielleicht beginnt Veränderung genau mit diesem Satz.

Du darfst deine Kinder lieben und trotzdem Zeit ohne sie genießen.

Du darfst eine liebevolle Partnerin sein und trotzdem Grenzen haben.

Du darfst Sexualität wollen.

Du darfst keine Sexualität wollen.

Du darfst erschöpft sein.

Du darfst Hilfe brauchen.

Und vor allem:

Du darfst in deinem eigenen Leben wieder vorkommen.

Therapeutische Begleitung in Potsdam oder online

Wenn du dich in diesen Zeilen wiedererkennst, begleite ich dich gerne dabei, herauszufinden, was hinter deiner Erschöpfung, deinen Beziehungskonflikten oder Veränderungen deiner Sexualität steckt.

In meiner Praxis verbinde ich Gesprächstherapie, Hypnosetherapie und sexualpsychologisches Fachwissen und arbeite unter anderem mit Themen rund um Mutterschaft, Partnerschaft, Bindung, Sexualität und emotionale Belastungen.

Dabei geht es nicht darum, dich wieder „funktionsfähig“ zu machen.

Es geht darum, dass du dich selbst wieder spüren kannst.

Ich begleite dich vor Ort in meiner Praxis in Potsdam oder online.

Vielleicht musst du nicht wieder die Frau werden, die du vor deinen Kindern warst.

Vielleicht darfst du herausfinden, wer du heute bist.

Häufig gestellte Fragen

Ist es normal, dass sich eine Beziehung nach einem Kind verändert?

Die Elternschaft verändert Alltag, Rollen, Zeitverteilung und Verantwortlichkeiten eines Paares erheblich. Konflikte oder vorübergehende emotionale Distanz bedeuten daher nicht automatisch, dass die Beziehung gescheitert ist.

Warum habe ich seit der Geburt keine Lust mehr auf Sex?

Sexuelle Unlust kann viele Ursachen haben. Neben Stress, Schlafmangel und Veränderungen innerhalb der Partnerschaft sollten auch mögliche körperliche oder hormonelle Faktoren berücksichtigt und gegebenenfalls ärztlich abgeklärt werden.

Kann ich alleine zur Therapie kommen, obwohl es um meine Beziehung geht?

Ja. Beziehungsmuster und Partnerschaftsthemen können auch in einer Einzeltherapie betrachtet werden. Es ist nicht zwingend notwendig, dass beide Partner teilnehmen.

Kann Hypnosetherapie bei Überforderung und innerem Druck eingesetzt werden?

Hypnosetherapie kann im therapeutischen Rahmen unter anderem dazu genutzt werden, emotionale Muster, innere Konflikte und tief verankerte Überzeugungen zu bearbeiten. Ob sie im individuellen Fall geeignet ist, kläre ich gemeinsam mit dir.

Bietest du Therapie zu Mutterschaft und Beziehung in Potsdam auch online an?

Ja. Ich begleite Menschen persönlich in meiner Praxis in Potsdam sowie – abhängig vom Anliegen – online.


 
 
 

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